Wie ist eigentlich… das Schlafbedürfnis unserer Hunde?

Wie ist eigentlich… das Schlafbedürfnis unserer Hunde?

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Wie der Mensch, so sein Hund?!

Ob Nachmittagsschläfchen, Powernap oder der erholsame Schlaf in der Nacht – Wir Menschen brauchen diese Pausen genauso sehr wie unsere Hunde. Nicht nur, um Erlebnisse zu verarbeiten, sondern auch um Stress-Hormone (wie zB. Cortisol) abzubauen. Auch die Symptome bei Schlafentzug können bei unseren Hunden die gleichen sein: Man fühlt sich gereizt, ist unkonzentriert und es fällt einem schwer, mit Stress oder schwierigen Situationen umzugehen. Sollten Dir diese Dinge bei Deinem eigenen Hund auffallen, lohnt es sich, den Rhytmus von Ruhe- und Aktivitätsphasen einmal aufzuschreiben und sich so vor Augen zu führen. 

Schlafen Mensch und Hund also gleich viel?

Die Antwort auf diese Frage lautet “Nein”. Ein Hund durchlebt – ähnlich wie wir Menschen – unterschiedliche Schlafphasen. Während er in der tiefen Schlafphase meist nur durchschnittlich 2-3 Minuten verweilt (erkennbar durch zucken, fiepen und Bewegungen), ist er in den leichteren Schlafphasen meist sehr leicht ansprechbar und bekommt seine Umgebung noch recht gut mit. Daher kommt es zu den Situationen, in denen wir das Gefühl haben, der Hund schläft tief und fest, sobald wir aufstehen oder uns bewegen, ist er aber sofort da und wach. Während ein erwachsener Mensch mit 6-8 Stunden Schlaf am Tag auskommt, schlafen Hunde rund 50% des Tages – also weit mehr als wir Menschen. Hinzu kommt, dass Hunde weitere 30% des Tages ruhen – Natürlich alles in Abhängigkeit von Charakter, Rasse, Alter, Bedürfnissen, der Beschäftigung, der Bewegung und dem erlebten Stress-Level. Es gibt also keinen Grund besorgt zu sein, wenn der eigene Hund von sich aus ca. 16-20 Stunden pro Tag insgesamt schläft, bzw. ruht (Je nach Literatur unterscheiden sich allerdings die Angaben).

Alltag und Routine

Wir Menschen können für uns selbst entscheiden, wie viel Schlaf uns gut tut und wann oder wie lange wir schlafen. Bei unseren Hunden ist das nur bedingt der Fall. Zum einen orientieren sich unsere Hunde an uns Haltern, zum anderen gibt es auch die Charaktere, die von alleine einfach nicht zur Ruhe kommen. Daher ist es besonders wichtig, bereits dem Welpen beizubringen, dass es Ruhephasen gibt, in denen nichts passiert. Am einfachsten ist es, von vornherein eine Routine zu entwickeln und dem Welpen nach jedem Spaziergang eine Zeit lang Ruhe zu gönnen. Sehr hilfreich ist es, wenn der Welpe vorher positiv an eine Box gewöhnt wird und er diese als seinen persönlichen Rückzugsort annimmt. 

Entspannungstraining

Auch das Thema Entspannungstraining ist für uns Menschen als auch für Hunde immer mehr im Fokus. Es gibt ganze Kurse oder Seminare, die sich mit Massagen, Düften oder Bandagen befassen, um eine Auszeit zu geben und diese auch nutzen zu können. Beim Entspannungstraining machen wir uns die positive Assoziation (Verknüpfung) von einem Wort/ Duft/ Gegenstand (wie zB. einem Halstuch) mit der entspannten Stimmung zunutze. 
Wenn Du das auch gerne einmal ausprobieren möchtest, benötigst Du nur Deinen Hund, eine Zeit ohne anstehende Termine, eine positive und relaxte Grundstimmung bei Dir selbst sowie ein vorher überlegtes Wort, das Du verwenden möchtest (wie zB. “easy”). Im ersten Schritt machst Du es Dir und Deinem Hund gemütlich, setzt Dich bequem hin und nutzt am besten einen Moment, in dem ihr beide sowieso zur Ruhe kommt. Dein Hund liegt neben Dir und Du beginnst ihn ganz langsam zu streicheln und mit langsam meine ich wirklich langsam. Deine Hand bewegt sich nur ganz minimal und der Druck ist nur ganz leicht, sodass es sehr angenehmen ist. Deine Atmung ist auch ganz langsam und gleichmäßig. Mindestens eine Hand befindet sich dauerhaft an Deinem Hund. 

Durchhalten ist angesagt – Positiv und mit Geduld!

Für das Entspannungstraining gilt wie bei vielen Themen im Hundetraining: Regelmäßigkeit zahlt sich aus! Manche Hunde benötigen mehrere Anläufe, um sich wirklich darauf einzulassen. Ganz, ganz wichtig ist: Pure Geduld und zu 100 % positiv! Halte Deinen Hund nicht fest und gestalte das Training frei von jeglichem Druck. Wenn es mal einen Abend gibt, wo Dein Hund so gar nicht zur Ruhe kommt, beende das Training und versuche es am nächsten Tag noch einmal. 
Sobald Du das Gefühl hast, Dein Hund fährt so richtig herunter, kannst Du leise Dein Wort einbauen und es ganz ruhig und sachte sagen (zB. “Eeeeeaaasyyy”). Baue es immer mal wieder ein, solange sich Dein Hund in dieser perfekten tiefen-entspannten Stimmung befindet. 
Wenn Du dann nach einiger Zeit das Gefühl bekommst, Dein Hund verbindet das Wort mit der Entspannung, kannst Du es auch im Alltag oder unterwegs verwenden. Wichtig ist, dass Du Dir regelmäßig die Zeit nimmst, es immer mal zu wiederholen und die Verknüpfung von Signal und Stimmung aufzufrischen und tiefer zu verankern.

Fazit

Auch wenn unsere Hunde sich an viele Verhaltensweisen von uns Menschen anpassen können, ist es sehr wichtig, ausreichend Ruhe- und Schlafphasen im Alltag einzubauen. Gerade für Hunde, die häufig mit Stress konfrontiert sind oder viel sportlich bewegt oder ausgelastet werden, kann Schlafmangel ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Insgesamt ist es aber wie so häufig: Die Mischung macht’s – Auslastung (körperlich und kognitiv), Verarbeiten der Erlebnisse und Regeneration.
Hier ist ein Artikel aus dem Bookazin SitzPlatzFuss, in welchem viele interessante Informationen rund um Schlaf, Traum und deren Funktionen zu finden sind.

Gerade für sehr aktive/ reaktive Rassen ist ein geregelter Tagesablauf mit ausreichend Ruhe-Phasen wichtig.

Damit Welpen genug Energie zu haben, um sich mit unserer spannenden Welt auseinanderzusetzen sowie den Umgang mit Stress zu lernen, benötigen sie viel Zeit zum Verarbeiten der Erlebnisse.

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