Beschäfigungsideen für die kalt-nasse Jahreszeit: Top 3

Nasenarbeit

Im Top 5 Ranking meiner persönlichen Lieblings-Beschäftigungen für Hunde in der kalt-nassen Jahreszeit kommen wir in diesem Blogbeitrag zum Platz Nummer 3. Es geht um Teamwork, kognitive Auslastung und um den Sinn, welcher unserem so meilenweit überlegen ist. Ihr ahnt es schon: Die Nasenarbeit.

Wo ist der Käse?!

(Meine) Hunde lieben es, Käse (hier kann wahlweise je nach Hund ein anderer Leckerbissen eingesetzt werden) zu suchen. Egal, ob auf dem Spaziergang, im Garten oder in der Wohnung. Für das Suchen kann man sehr einfach fast jeden Hund motivieren, denn es liegt ja in ihrer Natur. Speziell für jagdlich motivierte Hunde ist dies eine tolle Beschäftigung, die mit Teamwork zu tun hat, denn der Mensch kann eine echte Hilfe sein. Das Abenteuer kann unterschiedlich gestaltet werden:

Suchen – Finden – Anzeige

Dem Hund kann ein Anzeige-Verhalten beigebracht werden (bspw. „Sitz“ oder „Platz“), um dem Menschen mitzuteilen, dass er den Käse gefunden hat. Dazu kann man die Belohnung in einer kleinen Tupperdose verstecken. Damit der Hund lernt, was er genau tun soll bei einem erfolgreichen Fund, wird das Verhalten mit der Dose verknüpft. Die Dose soll zum eigenständigen Signal werden. Die Dose wird also zuerst hinter dem Rücken versteckt, dann hervorgeholt und es wird das Signal (zum Beispiel „Sitz“) gegeben. Voraussetzung ist, dass das Signal dem Hund bekannt ist und es richtig auftrainiert wurde. Sobald sich der Hund setzt, erhält er eine Belohnung. Diese Übung wird so lange wiederholt, bis der Hund sich bereits hinsetzt, sobald die Dose hinter dem Rücken hervorgeholt wird. Im Anschluss kann die Schwierigkeit erhöht werden, indem die Dose nach und nach weiter entfernt auf den Boden gelegt wird.

Suchen – Finden – Bringen

Eine andere Variante wäre das Finden und Bringen der Dose oder eines befüllbaren Dummies. An dieser Stelle kommt es darauf an, ob euer Hund die Dose in einem Stück lässt während er sie trägt. Für apportierfreudige Hunde ist dies eine tolle Beschäftigung. Bei diesem Übungsaufbau ist ein vorhergehendes Training sinnvoll, bei dem der Hund gelernt hat, einen Gegenstand zu bringen. Dazu ist es wichtig, dass er den Gegenstand toll findet und das Training positiv gestaltet wird. Der Dummy oder die Dose wird also interessant gemacht und jegliches Verhalten vom Hund belohnt, das in Richtung Dummy geht. Am Anfang ist das vielleicht nur ein Blick, danach ein Anstupsen, bis euer Hund ihn schließlich ins Maul nimmt. Im nächsten Schritt kann der Dummy auch ein Stück geworfen werden.

Das 3-Leckerlie-Spiel

Eine dritte Variante ist, den Hund auf dem Spaziergang sitzen zu lassen, nacheinander um 3 verschiedene Bäume herumzulaufen und dabei 1-3 Leckerlies zu verstecken. Dies ist ein wirklich tolles Spiel, da man sehr schön beobachten kann, ob der Hund eher schnell nach dem Käse sucht und die 3 Bäume abläuft oder, ob er der menschlichen Spur konzentiert folgt. Manche Hunde gehen direkt zu dem Baum, den der Mensch als letztes umrundet hat, manche beginnen systematisch beim zuerst umrundeten Baum. Die angewendeten Strategien zu beobachten ist wirklich spannend.

„Oh, wooow! Was habe ich denn hier gefunden?!“

Eine weitere, etwas lustige Übung (um den Hund mal zu überraschen) ist, selbst die Käsestücke zu finden. Natürlich tricksen wir unseren Hund dabei etwas aus. Er läuft vor uns auf dem Spaziergang, wir lassen unbemerkt ein Leckerlie fallen (und merken uns, wo ungefähr), gehen noch ein paar Schritte normal weiter. Plötzlich beginnen wir tief durch die Nase zu schnüffeln (sodass unser Hund es hören kann) und machen uns etwas kleiner, sodass wir zum Boden schauen. Wir tun quasi so, als wenn wir selbst gerade den Käse erschnüffeln würden. Wenn wir ihn finden, freuen wir uns wie Bolle über den Fund, heben ihn auf und tun lauthals überrascht („Ohhh, woooow, was habe ich denn hier gefunden?!“). Spätestens jetzt sind auch die unaufmerksamsten Hunde zur Stelle und nehmen uns bereitwillig das Käsestück ab, falls sie nicht (wie meine) immer als erstes beim Käse sind.
Merke: Die gern-fressenden Hunde sind meist eh schon vorher da und saugen das Leckerlie auf. Selbst, wenn nicht, ist so mancher Hund etwas verdutzt und schnell zur Stelle sobald der Mensch das nächste Mal losschnüffelt. Ich gebe zu: Beim ersten Mal fühlt man sich etwas komisch, aber wer macht sich denn lieber zum Affen als wir Hundehalter für unsere Vierbeiner?!

Wie sehen bei Euch solche Suchspiele aus? Wer nutzt eine Dose? Und wer hat seinem Hund bereits ein Anzeigeverhalten beigebracht?

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